Lauf Prag-Leipzig
Unterwegs durch die Leipziger Universitätsgeschichte auf der „Alten Salzstraße“ – ein Ultra-Marathon über fünf Tage.
Die Androhung, der heimischen Universität den Rücken zu kehren und in die Fremde zu gehen, war seit jeher ein probates Mittel der Studenten, Missstände anzuzeigen. Wo heutzutage Demonstrationen herhalten müssen, kamen in der Vergangenheit drastischere Mittel zur Anwendung.
Wir schreiben das Jahr 1409. In Prag befeuern königliche Händel gepaart mit der Spaltung der Kirche universitäre Streitigkeiten und Proteste. Beinah alle deutschen Studenten und Professoren entschließen sich kurzerhand, Prag zu verlassen und in Mitteldeutschland ein neues geistiges Zentrum zu gründen: Die Alma Mater Lipsiensis.
Pünktlich zur 600-Jahrfeier der Leipziger Universität soll an die Entbehrungen des 270 Kilometer langen Marsches und die historische Bedeutung dieses Ereignisses erinnert werden – in Form eines Ultra-Marathons. Am 3. Juni 2009 werden Studenten und Mitarbeiter beider Universitäten das Gelände der Karlsuniversität gen Erzgebirge verlassen. Auf ihrer ersten Etappe machen sie nach knapp 30 Kilometern in Kladno halt. An den kommenden drei Tagen durchqueren sie Tschechien, quälen sich über das Erzgebirge, bis sie schließlich über Freiberg und Mittweida in Bad Lausick ankommen. Ungefähr 230 Kilometer sind bis dahin zurückgelegt, zum Teil auf den Spuren der sächsischen und tschechischen „Alten Salzstraße“.
Dabei werden sich die Kilometer auf mehrere ausdauernde Füße verteilen. Jede Etappe wird in Teilabschnitte gesplittet, die jeweils von einem Team bewältigt werden. Der letzte Tag, der 7. Juni 2009, wird dann zum Triumphmarsch nach Leipzig. Ab dem Völkerschlachtdenkmal soll ein Tross die vier Tage zuvor aus Prag ausgezogenen Läufer empfangen und sie bis zum Augustusplatz begleiten. Damit unterwegs niemand verloren geht, wird im Vorfeld ein Lauftraining beim Stadtsportbund organisiert. „Während des Ultra-Marathons über fünf Tage werden die Läufer mit Bekleidung und Verpflegung versorgt sowie Übernachtungen organisiert“, so Projektleiter Thomas Müller von der Sportwissenschaftlichen Fakultät.
Weitere Informationen auf der Homepage zum Lauf.
Projektverantwortliche:
- Peter Stüve, Marcel Reinhardt (lauf-prag-leipzig[at]uni-leipzig.de)


